user
pwd

 Einleitung 
Einleitung

Diese Website ist Dokumentation des Diplomprojekt Register Later [Diplom 2006] an der HGKZ.
Für weitere Informationen oder Fragen senden Sie Ihre elektronische Post an

Bildungsstätte
Departement
Studienbereich
Student
Mentoren

Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich
Medien und Kunst
Neue Medien
Marco Zimmerli
Dr. Nils Röller und Prof. Yvonne Wilhelm



Kurzbeschreibung Register Later

"Wir leben wirklich in einer Zone, in der es die Unterscheidung zwischen Ausnahme und Regel nicht mehr gibt. Das muss nicht unbedingt als Katastrophe daherkommen, es kann vielmehr sehr reibungslos erscheinen. Sie können diese Zone der Ununterscheidbarkeit im alltäglichen Leben finden, in dem die Grenzen zwischen privat und öffentlich, politisch und biologisch verschwinden. Wir haben keine Kriterien, um zwischen diesen Sphären zu unterscheiden." (Giorgio Agamben, 2001)


Register Later thematisiert die Schwellen und die Schwierigkeiten diese zu erkennen.
Der Automat steht als Wächer an einer Schwelle und bietet die Möglichkeit zum Widerstand.


Thema
Die Diplomarbeit thematisiert Spannungsfeld Mensch - Maschine - Gesellschaft.

Dem Diplom liegt in erster Linie die Auseinandersetzung mit den Büchern des italienischen Philosophen Giorgio Agamben zu Grunde.
Das Buch Was von Auschwitz bleibt: Die [für mich] zentrale Aussage, welche Agamben in seinem Buch (bzw. Büchern) zu belegen versucht, ist die Feststellung, dass Auschwitz keine Ausnahme war.


Inhalt
Die Thematik der Schwelle wird transferiert und tritt in der Gestalt des Fotoautomaten auf und nimmt damit Bezug auf die Problematik des Passbildes.
Der Auslöser für das Foto ist der Schrei. Er symbolisiert den Willen zur Gegenwehr. Eine Antwort auf die ausdruckslosen Gesichter wie sie gewünscht werden, allenfalls noch eines steifen Lächelns, aber am liebsten mit „neutralem“ Gesichtsausdruck. Das Resultat sind Passbilder, auf denen man sich selbst kaum wieder erkennt. Könnte dieser Aufschrei sogar für all jene stehen, die nicht mehr schreien können, weil sie stumm und willenlos geworden sind, wie der von Agamben beschriebene Muselmann?

Die Arbeit hat zum Ziel (den Besucher) zum Nachdenken zu bewegen, wie weit wir uns erfassen, vermessen, normieren und einordnen lassen wollen. Inwiefern nützen uns die neuen, oft technologischen, Errungenschaften wie z.B. der biometrische Pass etwas? Oder schränken sie uns eher ein?
Oder ob man sogar soweit gehen will, wie Agamben es tut, wenn er sagt, dass wir nach wie vor in einem „Lager“-ähnlichen Raum leben. In einem Raum, wo Unterscheidungen verwischen und die Ausnahme zur Regel wird.
Gerade dieses bewusste Verwischen von Grenzen, von Innen und Aussen, macht es oft schwierig, allfällige Schwellen (und deren Konsequenzen), welche wir im Begriff sind zu überschreiten, zu erkennen.